Herzliche Glückwünsche Ben-Gvir

Herzliche Glückwünsche Ben-Gvir. Zum 50 Geburtstag des israelischen Polizeiministers backte ihm seine Frau eine große Torte und darauf eine hübsche Henkersschlinge mit der Schrift: „Manchmal gehen Träume in Erfüllung“. Gemeint ist die kürzliche Wiedereinführung der Todesstrafe im israelischen Parlament. Vielleicht backten Nazifrauen ähnliche Torten für ihre Männer, als sie in den Krieg zogen. Nur mit einem Hakenkreuz statt Henkersschlinge, oder einem anderen Symbol, je nachdem, wo die Männer gedient haben.

In der freien Welt gilt die Todesstrafe als ein Rudiment alter dunkler Epochen. Seit über 50 Jahren kämpfen Menschen dagegen. Aber in Israel bejubeln viele das neue Gesetz. 62 aus 120 Parlamentariern haben dafür gestimmt. Und weil das Gesetz sich auf Araber begrenzt, nennen es manche eine Todesstrafe für Araber.

Zu den Ländern mit Todesstrafe per Gesetz gehören China, Vietnam, Afghanistan, Nord-Korea, Syrien, Iran, Saudi-Arabien, USA, Ägypten, und seit neulich auch Israel. Wenn man es genau beobachtet, bleibt es nie bei einer Todesstrafe für Minderheiten. Die Todesstrafe wird zur Normalität, und dazu kommt eine Begrenzung der Freiheit für alle, auch für regierungstreue Bürger, die mal was Falsches gesagt haben. Man kann sich fragen, wer von den Politikern, die diesem Gesetz zustimmen, freiwillig in einem Land ohne Freiheit leben will. Und was werden diese Politiker tun, wenn das Regime wechselt und sie auf einmal zur Minderheit gehören werden?